Termine und Events

Enteignungswelle an der Ostsee

Im Februar 1953 startete an der DDR-Ostseeküste eine beispiellose Enteignungswelle. Hunderte Hotels und Pensionen wurden zwangsenteignet. Die DDR-Behörden erfanden oft aberwitzige Vorwürfe und verunglimpften die Eigentümerinnen und Eigentümer in der SED-Presse beispielsweise als "Gauner". Der Historiker Dr. Christian Halbrock erinnert in einem Vortrag in der Rostocker Dokumentations- und Gedenkstätte an die Ereignisse vor 70 Jahren und beleuchtet dabei auch erstmals tiefgründiger die Rolle des Ministeriums für Staatssicherheit.

Die Aktion "Rose" war ein Element des von der SED seit Juli 1952 propagierten "Aufbaus der Grundlagen des Sozialismus". Unter dem Vorwand, durch Umverteilung soziale Gerechtigkeit zu schaffen, statuierte das SED-Regime am Mittelstand ein Exempel mit zum Teil hohen Zuchthausstrafen. Viele der auf diese Weise bedrohten Menschen flohen in den Westen. Die enteigneten Hotels und Pensionen gelangten bald in den Besitz der SED, der Einheitsgewerkschaft FDGB und der Staatssicherheit. Diese nutzten die Ferienunterkünfte bis 1989 für sich.

Moderation: Dr. Volker Höffer (Stasi-Unterlagen-Archiv in Rostock)

Die Veranstaltung findet gemäß den aktuellen Auflagen zum Infektionsschutz statt.

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